1 · KLIMA + ENERGIESTRATEGIE 2030

Papenburger Energiewerke – Strom für 15 Cent

Schon unter Bürgermeister Hövelmann (1973–1997) arbeitete Papenburg an einer eigenen Energieversorgung. Daraus entwickelte sich das große Zukunftsprojekt „Klima- und Energiestrategie Papenburg 2030“: Energie möglichst für rund 15 Cent je Kilowattstunde erzeugen und die Wertschöpfung in Papenburg halten. Eigene Energiewerke, Windenergie, Photovoltaik und die Versorgung von Bürgern und Unternehmen waren keine neue Idee, sondern bereits konkret in Vorbereitung.

2023 wurde dieses Projekt durch die Politik gestoppt. Auf Empfehlung der Verwaltung erschien das Risiko zu groß; mit Unterstützung der CDU wurde das Vorhaben beendet. Damit gingen drei Jahre und die damals besonders günstigen Fördermöglichkeiten verloren. Statt eigener Energiewerke entstand 2025 zunächst die wesentlich kleinere Energiegenossenschaft.

Was die Folgen des „Nichtstuns“ bedeuten können, zeigt unsere Modellrechnung: Bleibt alles wie bisher, zahlen Bürger und Unternehmen bis 2036 rechnerisch rund 72 Millionen Euro mehr für Strom. Für direkt versorgte Unternehmen wären etwa 10 Cent netto je Kilowattstunde möglich. Dass günstiger Bürgerstrom bereits funktioniert, zeigt Lichtenau als eines von vielen Beispielen: Dort kostet er aktuell 26,17 Cent einschließlich Mehrwertsteuer, Netzentgelten und Abgaben. Tendenz: weiter fallend. (Quelle: Pro Energie NRW)

2026 knüpfen wir an die Papenburger Energiestrategie an und entwickeln sie mit höchster Priorität weiter. Die aktuelle Iran-Krise und steigende Energiepreise zeigen, warum wir unsere Abhängigkeit von internationalen Märkten verringern müssen. Zugleich haben sich wichtige Voraussetzungen trotz heute geringerer Förderung verbessert: Batteriespeicher sind erheblich günstiger geworden, während Energiegemeinschaften, Wärmenetze und industrielle Abwärme zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen. (Quellen: BDEW, Internationale Energieagentur)

Gemeinsam mit Bürgern und Unternehmen können wir daraus eines der stärksten wirtschaftlichen Standbeine Papenburgs entwickeln, das nicht nur Kosten senkt, sondern Geld verdient. Wie das funktioniert, zeigt Wildpoldsried: Der Ort erzeugt rund achtmal so viel Strom, wie er selbst verbraucht. Durch den Stromverkauf fließen jährlich etwa 6,5 Millionen Euro zurück in den Ort. (Quellen: Lenk Bayern, GermanZero)

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