9 · INFRASTRUKTUR
Infrastruktur – Kanäle, Wasser, Straßen, Brücken brauchen Stenz?
Papenburg hat Straßen, Brücken, Kanäle und Entwässerung über Jahre verfallen lassen. Durch das fortlaufend aktualisierte Straßenkataster weiß die Stadt jederzeit, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Es fehlt anscheinend nicht an Informationen, sondern an einer verbindlichen Strategie, die Prioritäten, Finanzierung und Umsetzung miteinander verzahnt. Notwendige Maßnahmen wurden verschoben und dadurch zunehmend teurer. Die Friesenstraße steht beispielhaft für viele ungelöste Aufgaben: Seit 2004 fordern Anwohner dort Entlastung.
Hinzu kommen die nie vollendete Umgehungsstraße, problematische Verbindungsstraßen und zahlreiche sanierungsbedürftige Brücken. Bei der Emdener Straße erklärte sich die Stadt zunächst für nicht zuständig und korrigierte diese Haltung erst nach deutlicher Kritik des Landkreises. Der stark belastete und vernachlässigte Osterkanal verbindet als Hauptzubringer Oben- und Untenende und wird gleichzeitig von Autos, Fahrrädern und Fußgängern genutzt – bis heute ohne schlüssiges Gesamtkonzept.
Splittingkanal und Mittelkanal stehen beispielhaft für den Zustand der Papenburger Wasserwege. CDU und SPD waren in den vergangenen zehn Jahren nicht in der Lage, dafür ein strukturelles Entwicklungsprogramm auf den Weg zu bringen. Kanäle, Entwässerung und Pumpensysteme sind im gesamten Stadtgebiet teilweise marode. Ohne erhebliche Investitionen werden sich die Probleme in den kommenden Jahren deutlich verschärfen und vermutlich zuerst am Obenende sowie in den weiter entfernten Stadtteilen bemerkbar machen. Verschlickte Wasserwege müssen wieder durchgängig gemacht und nicht funktionierende Pumpensysteme ersetzt werden.
Besonders sichtbar ist das Problem am Hauptkanal, unserem Papenburger Wohnzimmer. Seit 2018 bleiben dort Baustellen und Schäden ungelöst. Zahlreiche Bürger berichten von Beschwerden und Eingaben, auf die sie keine oder nur selten eine Antwort erhielten. Bürgermeisterin, Verwaltung und Rat hätten gemeinsam klären müssen, welche Lösungen möglich sind, welche Fördermittel bereitstehen und wie der Erhalt finanziert werden kann.
Für die kommenden zehn bis 15 Jahre steht deshalb das 100-Millionen-Euro-Programm. Diese Investitionen werden dringend benötigt, damit Papenburgs Infrastruktur nicht weiter verfällt und die Stadt wirtschaftlich handlungsfähig bleibt. Vorgesehen sind rund 30 Millionen Euro für Straßen, Geh- und Radwege sowie Beleuchtung, 20 Millionen Euro für Kanalisation, Oberflächenentwässerung und Klärwerk sowie weitere acht Millionen Euro für Kanäle, Gewässerqualität und touristische Wege. Finanziert wird das Programm durch langfristige Investitionskredite, Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union sowie die Beteiligung weiterer Partner. Funktionierende Straßen, Brücken, Kanäle und Versorgungsnetze sind keine Nebensache, sondern die Voraussetzung für Unternehmen, Arbeitsplätze, Lebensqualität und die. wirtschaftliche Zukunft Papenburgs.