B.1 · MEYER BLEIBT MEYER

Meyer bleibt Meyer – Papenburgs wirtschaftliches Fundament sichern

Bedeutung der Werft

An der Meyer Werft hängen nicht nur rund 3.200 Arbeitsplätze auf dem Werftgelände, sondern schätzungsweise bis zu 20.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern in der gesamten Region. Wenn die Werft schwächer wird oder Papenburg als Produktionsstandort verliert, trifft das Kaufkraft, Handwerk, Gastronomie, Wohnungsmarkt und Gewerbesteuereinnahmen der gesamten Stadt. Meyer bleibt Meyer ist deshalb keine sentimentale Überschrift, sondern eine wirtschaftliche Existenzfrage für Papenburg und das nordwestliche Niedersachsen. Meyer Werft: Unternehmen, NDR: Bedeutung der Werft für die Region

„Kohle von Kohl“: Bürgschaften und internationale Konkurrenz

Staatliche Bürgschaften für große Schiffsaufträge sind kein neuer Sonderweg und erst recht kein Geschenk an die Meyer Werft. Bereits während der Regierungszeit Helmut Kohls wurden internationale Aufträge politisch begleitet und durch den Bund sowie die KfW finanziell abgesichert. Frankreich stärkt seine Werften durch staatliche Beteiligungen, Italien durch staatlich abgesicherte Finanzierungen und China durch unmittelbar staatlich geführte Schiffbaukonzerne. Wer auf diesem Weltmarkt bestehen will, benötigt vergleichbare Voraussetzungen. Die Unterstützung von Bund und Land ist deshalb keine parteipolitische Wohltat, sondern eine notwendige Investition in faire Wettbewerbsbedingungen, industrielle Wertschöpfung und Zehntausende Arbeitsplätze. Bundeswirtschaftsministerium: Stabilisierung der Meyer Werft

Warum Meyer weltweit führend ist

Meyer hat sich durch sämtliche Höhen und Tiefen immer wieder neu erfunden und gerade aus den schwierigsten Phasen neue Kraft, neue Ideen und neue Weltklasse entwickelt. Die Meyer Werft gehört zu den innovativsten Schiffbauern der Welt und wird dort gebraucht, wo selbst internationale Großwerften nicht mehr weiterkommen – bis hin zum Einsatz Papenburger Spezialisten bei der Fertigstellung von Schiffen in Südkorea. Disney beweist sein Vertrauen mit Aufträgen von gewaltiger Größenordnung: 2024 bestellte der Konzern vier weitere Schiffe und erteilte Meyer damit den größten Auftrag der Werftgeschichte. Ob Kreuzfahrtschiffe, Forschungs- und Spezialschiffe, Energieplattformen oder künftig möglicherweise militärische Projekte: Meyer steht für innovativsten Schiffbau, technische Spitzenklasse und Lösungen, die weltweit nur ganz wenige Unternehmen entwickeln können. Diese einzigartige Verbindung aus Erfahrung, Erfindergeist und immer neuer Innovationskraft macht Meyer zur absoluten Spitze des internationalen Schiffbaus.

Versagen von Stadtführung, Rat und öffentlicher Begleitung

Papenburgs wirtschaftliches Fundament stand auf dem Spiel – doch die notwendige geschlossene Unterstützung aus der eigenen Stadt blieb aus. Bürgermeisterin, Stadtführung und Rat hätten in dieser Situation sichtbar vorangehen, die Beschäftigten unterstützen und auf allen politischen Ebenen für die Werft kämpfen müssen. Erst als Bundeskanzler Olaf Scholz am 22. August 2024 mit einer großen Delegation zur Meyer Werft kam, wurde Bürgermeisterin Vanessa Gattung öffentlich an seiner Seite wahrgenommen. In Erinnerung blieb vor allem das gemeinsame Selfie.

Eine eigene Papenburger Standortinitiative, eine breite Solidaritätskampagne und ein dauerhaft arbeitender Werftkreis waren dagegen nicht erkennbar. Auch die Erklärungen von CDU und SPD im Rat ersetzten keine konsequente Standortarbeit. Für eine Stadt, deren wirtschaftliche Zukunft unmittelbar an diesem Unternehmen hängt, war das unverantwortlich wenig. Stadt Papenburg: Ratssitzung vom 20. Juni 2024, Reuters: Besuch von Olaf Scholz

Auch die Berichterstattung der NOZ stellte Krisen, Fehler und Risiken ausführlich heraus. Die Innovationskraft der Werft, die Leistung ihrer Beschäftigten und die Bedeutung einer geschlossenen regionalen Unterstützung erhielten aus Sicht vieler Papenburger nicht dasselbe Gewicht. Seit wesentliche redaktionelle Entscheidungen nicht mehr unmittelbar in Papenburg, sondern in Osnabrück getroffen werden, fehlt der Stadt möglicherweise zusätzlich eine starke publizistische Stimme für ihr wichtigstes Unternehmen.

Standortsicherung braucht Verbundenheit

KS Gleitlager zeigt in Papenburg unmittelbar, wie ein Finanzinvestor einem Unternehmen zunächst neue Spielräume verschaffen kann, die Standortfrage nach Ablauf zeitlicher Vereinbarungen jedoch erneut aufkommt. Wenn sich später herausstellt, dass in Turku oder an einem anderen Standort günstiger produziert werden kann, könnten Produktion und Arbeitsplätze schnell verlagert werden. Bei Meyer muss deshalb dauerhaft gewährleistet bleiben, dass Menschen mitentscheiden, die sich mit Papenburg, dem Emsland und der gesamten Region identifizieren. Bernard Meyer, die Familie Meyer und weitere eng mit der Werft verbundene Verantwortliche geben dem Standort diese unverzichtbare Stimme – unabhängig davon, welche neuen Partner oder Eigentümer hinzukommen. NDR: Entwicklung bei KS Gleitlager

Innovation – die Kraft, die uns niemand nehmen kann

Deutschland hat erlebt, wie Produktionen, Technologien und ganze Industriezweige abwandern können – vom Automobilbau bis zur Solarindustrie. Maschinen können verkauft, Kapital kann verschoben und Aufträge können an andere Standorte vergeben werden. Doch die über Generationen gewachsene Innovationskraft, das Wissen und die Erfahrung der Menschen lassen sich nicht kopieren.

Genau diese Kraft verkörpert Meyer in einer Dimension, die weit über Papenburg hinausreicht: aus Rückschlägen neue Technologien entwickeln, aus Krisen Weltklasse schaffen und aus nahezu unmöglichen Aufgaben Schiffe entstehen lassen, die international neue Maßstäbe setzen. Dieses Wissen ist Papenburgs wertvollstes Kapital, der stärkste Motor unserer gesamten Region und eines der größten industriellen Potenziale Deutschlands.

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