7 · TOURISMUS
Tourismus – Alles da. Nichts genutzt?
Papenburg besitzt mit seinen Kanälen, historischen Schiffen, der Meyer Werft, dem Obenende, Aschendorf und seinen Veranstaltungen außergewöhnliche touristische Voraussetzungen. Fast 20.000 Besucher beim Oldtimertreffen am Obenende zeigen, welche Anziehungskraft einzelne Veranstaltungen entwickeln können. Entscheidend ist, diese Besucher anschließend zu Gastronomie, Einzelhandel und weiteren Orten der Stadt zu führen. Aus Besuchern müssen Gäste und Kunden werden!
a) In den vergangenen Jahren wurde vor allem auf einzelne Abende und Wochenenden hingearbeitet: Papenburg Locals, Papenburg Kultur, Papenburger Meilen, Partys und Konzerte schaffen wichtige Angebote, aber noch keinen ganzjährig wirksamen Tourismus. Viele Gäste kommen aus der näheren Umgebung und fahren anschließend wieder nach Hause. Papenburg muss wieder gezielt Touristen gewinnen, länger halten und ihnen neben der Meyer Werft deutlich mehr bieten.
Bereits 2016 hob die CDU die touristische Bedeutung einer regelmäßig stattfindenden Blumenschau hervor. Die erfolgreiche Blumenschau 2019 verband über mehrere Wochen Themengärten, Konzerte, Kleinkunst und mehr als 130 Veranstaltungen. Heiko Abbas, damals maßgeblich verantwortlich und heute Bürgermeister von Weener, bestätigte mir in einem ausführlichen Gespräch den großen Erfolg und die weitere Nutzbarkeit des Konzepts. Die für 2024 mögliche Fortsetzung wurde ab 2021 unter Verweis auf Corona, den Ukraine-Krieg, finanzielle Risiken und fehlendes Geld nicht weiterverfolgt. Unter Bürgermeisterin Vanessa Gattung versackte das Vorhaben schließlich vollständig.
2. Der City Cruiser 2030 war das außergewöhnliche Projekt, um Flusskreuzfahrtschiffe und ihre Gäste direkt an den Hauptkanal zu holen. Die Idee, die Unternehmen und das touristische Potenzial waren vorhanden. Gescheitert ist das Vorhaben am politischen Willen, die Fahrrinne entsprechend freizumachen. Damit wurde eine riesige wirtschaftliche Chance für Papenburg, seine Gastronomen, Einzelhändler, Hotels und weiteren Stadtteile liegen gelassen.
Wie kraftvoll dieses Konzept wäre: morgens Ankunft am Hauptkanal, tagsüber Blumenschau, Meyer Werft, Obenende oder Aschendorf, abends Gastronomie und Veranstaltung, Übernachtung an Bord und am nächsten Tag weitere Erlebnisse in der Stadt. Die Gäste hätten Zeit – zum Entdecken, Einkaufen, Essen, Feiern und Wiederkommen. Aus einem kurzen Bustransfer würde ein zweitägiger Höhepunkt der gesamten Kreuzfahrt.
Schon zehn solcher Schiffsanläufe mit Übernachtung könnten jährlich mehr als 100.000 Euro direkten zusätzlichen Umsatz bringen. Mit wachsender Zahl der Anläufe, wiederkehrenden Gästen, neuen Angeboten und einer starken Blumenschau kann daraus ein hoher sechsstelliger Jahresumsatz werden – über die Jahre mehrere Millionen Euro für Papenburg.
Wir haben eine der schönsten Kanalstädte Deutschlands, eine weltbekannte Werft, erfolgreiche Veranstaltungen und Unternehmen, Gastronomen, Einzelhändler sowie Bürger, die mitmachen wollen. Trotzdem lassen wir dieses enorme Potenzial seit Jahren ungenutzt. Ideen gibt es genug. 2026 gehören Blumenschau und City Cruiser zurück auf den Tisch – mit dem Willen, endlich aus Besuchern begeisterte Gäste, aus Aufenthalten echte Erlebnisse und aus unserem Tourismus eines der stärksten wirtschaftlichen Standbeine Papenburgs zu machen.