10 · BÜRGER-PROJEKTE
Bürgerprojekte – Aus Zuschauern werden Mitmacher
In Papenburg leben Tausende Menschen, die ihre Stadt nicht nur kritisieren, sondern selbst anpacken und weiterentwickeln möchten. Diese Bereitschaft ist eines unserer größten Potenziale und darf nicht an politischem Hoheitsdenken, starren Zuständigkeiten oder unnötigen Genehmigungshürden scheitern.
Bürger können Patenschaften für Brücken, Kanalabschnitte, Grünflächen, Wege und ihr Wohnumfeld übernehmen. Sie dürfen pflanzen, mähen, pflegen, Schäden melden und eigene Ideen umsetzen. Feste Ansprechpartner, einfache Genehmigungen sowie Unterstützung durch Material, Werkzeug und das Fachwissen des Bauhofs schaffen dafür einen verlässlichen Rahmen. Das entlastet Verwaltung und Bauhof und macht Bürger zu Partnern der Stadtentwicklung.
Wer Verantwortung übernimmt, erhält zugleich Rechte. Paten dürfen Bearbeitungsstände abfragen, Unterstützung einfordern und auf ungelöste Probleme hinweisen. Politik und Verwaltung unterstützen, statt jede Idee kontrollieren zu wollen. Auch Parteien und Ratsmitglieder können Patenschaften in ihren Wahlbezirken übernehmen.
Eine Million Blumenzwiebeln werden zum ersten großen Mitmachprojekt. Die bereits 2020/2021 von der UBF entwickelte Idee wurde von Bürgermeisterin Vanessa Gattung aus Sicherheitsgründen beendet: Helfer könnten an Straßen angefahren werden oder bei Arbeiten an den Böschungen in einen Kanal stürzen. Bei der Neuplanung entscheiden die Menschen vor Ort mit, welche Pflanzen sie an ihren Straßen und Kanälen wünschen und welche Flächen sie selbst pflegen möchten. An den Kanälen werden befestigte Böschungen mit darüberliegenden Blühflächen verbunden.
Andere Städte zeigen längst, dass solche Projekte sicher und erfolgreich organisiert werden können. Cloppenburg bindet bei „Cloppenburg blüht auf“ Ehrenamtliche, Schulen und Vereine ein. In Köln wurden bereits mehr als 600.000 gespendete Blumenzwiebeln gepflanzt; Bürger können Standorte und Blumensorten vorschlagen. Cloppenburg – blüht auf, Kölner Blumenzwiebelprojekt
Stadtgärtnerei und Bauhof übernehmen die fachliche Verantwortung. Mitmachen können Nachbarschaften, Stadtviertel, Schulen, Kindergärten, Vereine, Unternehmen und alle interessierten Bürger. Blumenzwiebeln werden für Straßen, Kanäle, öffentliche Patenschaftsflächen und die Gärten der Mitwirkenden bereitgestellt. So werden Verwaltung und Bauhof entlastet, Nachbarschaften gestärkt und Papenburg vom Frühjahr bis in den Herbst sichtbar schöner. Die Menschen, die Ideen und die Begeisterung sind längst da – jetzt lassen wir sie machen.